Erfinde die Zukunft für dich und deine Stadt! Mit dir ergreift die nächste Generation das Wort – in Duisburg, Essen, Bochum, Herne und der ganzen Metropole Ruhr.
NEXT GENERATION, das heißt: 10 x Zukunft, ein Jahr lang, quer durch das Ruhrgebiet. Von Nord nach Süd, von Ost nach West – in Duisburg, Essen, Bochum und Herne – mit Schülern, Studenten und Auszubildenden. In den Zukunftshäusern stellen jugendliche Bewohner der Kulturhauptstadt von Januar bis Dezember 2010 zusammen mit Künstlern Fragen nach ihrer eigenen und der Zukunft ihrer Stadt. Am Ende stehen sie alle auf einer Bühne.
In der Casa des Schauspiel Essen standen 2005 zum ersten Mal Jugendliche aus Essen – Katernberg auf der Bühne und erzählten aus ihrem eigenen Leben.Unter der Leitung von Nuran David Calis entstand „Homestories – Geschichten aus der Heimat“. Damals erzählten sie vom Libanon, dem Iran, Afghanistan, der Türkei, Russland und eben auch von Essen-Katernberg, dem Stadtteil, der ihre Heimat ist. Es war ihr Stück, das fast 50 Mal erfolgreich in Essen und auf vielen Festivals gespielt wurde. Die Jugendlichen von damals sind erwachsen geworden – aus dem Ruhrgebiet wurde die Metropole Ruhr und die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. Zeit zu fragen, wie es weitergeht und was danach kommt. Zeit zu fragen, wie die nächste Generation von jungen Leuten an der Ruhr die Zukunft sieht. Der Jugend gehört die Zukunft, so denkt man. Familie, Beruf, Glück und Erfolg – alles liegt vor ihnen. Alles liegt an ihnen, doch das meiste liegt schwer auf ihren Schultern. Arbeit und Familie, Bildung und Herkunft, das sind die Säulen, auf denen ein gelungenes Leben aufbaut. Doch selten zuvor waren diese zentralen Bereiche, die unser Zusammenleben bestimmen und die die Zukunft eines jeden einzelnen prägen, so belastet und in Frage gestellt. Krise, nicht Zukunft ist das Wort der Stunde: Selten wussten wir so wenig darüber,mit welcher Verabredung wir gemeinsam in die Zukunft gehen werden. Welche Bedeutung hat unsere Herkunft in Zukunft? Welche Bildung brauchen wir in Zukunft? Wie werden wir in einer Stadt zusammen arbeiten und zusammen leben, zusammen mit Alten und Jungen, Armen und Reichen, jenseits der Grenzen von Kulturen und Religionen? Ein Jahr lang denken Jugendliche an der Ruhr über diese Fragen nach. Sie ergreifen selbst zu Wort. Sie erzählen von dem, was sie bewegt und was sie ängstigt. Wie möchten sie leben und was wollen sie erreichen? Sie sind die nächste Generation, die den Wandel der Region weiter gestalten muss, nicht zuletzt von ihnen wird abhängen, wie wir in der Ruhrregion in Zukunft leben werden. Ob sich aus dem Dickicht der Städte tatsächlich eine lebenswerte Metropole bildet, liegt in ihren Händen. Es ist ihre Geschichte: NEXT GENERATION.
NEXT GENERATION beschreibt nicht nur das Panorama von einer in ihrer Vielschichtigkeit spezifischen Stadtjugend, sondern verbindet das Ruhrgebiet und seine Jugendlichen zu einem gemeinsamen Projekt von Nord nach Süd und von West nach Ost.
In den Zukunftshäusern arbeiten zehn Teams in vier Städten ein Jahr lang: Sie untersuchen den Ort, an dem sie leben, beobachten Veränderungen und Konflikte, entwerfen Visionen, gründen Bands, drehen Filme, bauen Häuser und erfinden ihre Stadt neu. Die Musikerin Bernadette La Hengst gründete im Essener Norden eine Mädchenband, in Essen- Altendorf hat Regisseurin Ines Habich mit ihrem Stück „Alles außer Abhauen“ die Realität der Jugendlichen im Schatten der neuen ThyssenKrupp-Zentrale eingefangen. Der Medien-Bunker in Duisburg-Marxloh richtete eine Zukunftswerkstatt ein und die UNESCO-Schule in Essen gründete ein „WeltWeitEigenheim“ für das Zusammenleben von über 40 Nationen. X-Vision in Wattenscheid realisiert ein HipHop-Projekt, an der Ruhr-Universität gibt es ein Chor-Theaterprojekt zum Thema Generationen und die mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Dokumentarfilmer Loeken und Franke drehen einen Film mit Auszubildenden im Bochumer Opel-Werk. Die Autorin und Regisseurin Mirjam Strunk wandert auf der Suche nach dem „Gedächntnis des Ruhrgebiets“ durch die gesamte Region und Pottporus entwickelt in Herne ein Tanzprojekt. Der „Homestories“- Regisseur Nuran David Calis verfolgte die Arbeit der Zukunfthäuser, um nun in Bochum mit Jugendlichen aus allen Projekten ein neues Stück auf die Bühne des Schauspielhauses zu bringen.
Zusammen stehen sie auf der Bühne. Es ist ihr Stück, das sie spielen und ihre Geschichte, die sie erzählen. Der Autor und Regisseur Nuran David Calis hat die Projekte das ganze Jahr mit verfolgt. Er lernte sie und ihre Geschichten kennen, beobachtete und begleitete die Arbeit. Unter seiner Leitung gehen sie auf die Bühne der Kammerspiele des Schauspielhauses Bochum. Sie schreiben ein neues Stück, tanzen, singen, rappen, filmen. Egal wo sie herkommen, welche Sprache sie sprechen und egal, wo sie in Zukunft leben werden: Es wird ihr Stück und ihre Zukunft. Ein Stück über das Panorama einer besonderen Stadtjugend und eine neue Geschichte über die Zukunft an der Ruhr. Premiere am 28.10.2010, Kammerspiele, Karten unter 0234 – 33 33 55 55
Next Generation ist ein Projekt von Schauspielhaus Bochum, Schauspiel Essen, der Bundeszentrale für politische Bildung und der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. Gefördert vom Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen. Partner: Deutschlandradio Kultur